Waldgeflüster


Naturpädagogik ist Wurzelpflege und Wurzelförderung.


Die körperliche und seelische Gesundheit werden durch die ganzheitliche Naturerfahrungen im Freien gestärkt. Die Waldkinder bauen auf eine spielerische Art eine emotionale Beziehung zu ihrer natürlichen Umgebung auf. Durch das schützende Waldsofa und der Bindung zur Begleitperson fühlen sich die Kinder, trotz der Offenheit des Geländes, umgeben von Bäumen, Pflanzen und Waldwesen sicher und geborgen.

Der Wald unterstützt dIe Kinder auf dem Weg zu einem ausgereiften Körpergefühl und einem gefestigten Wahrnehmungssystem, indem sie die herausfordernde Umwelt erleben  und erforschen können. Die wohlige Frühlingssonne im Gesicht oder die kalten Hände an einem Wintertag vermitteln direkt fühlbare Informationen. Der Geruchssinn erzählt von nassem Holz, vom Feuerrauch oder den Holunderblüten. Durch die einzigartigen Erlebnissen in der Natur lernen sie Zusammenhänge, wie Wechsel der Jahreszeiten, Witterungen, usw.  zu verstehen, indem sie diese hautnah erleben.

In der Natur wird dem Bewegungsdrang und Ideenreichtum praktisch keinen Rahmen gesetzt. Das Bedürfnis nach Motorik wird draussen auf natürliche Art gestillt. Geschicklichkeit und koordinative Fähigkeiten werden trainiert, die Kinder gewinnen an Kraft und Gesundheit und können sich bis zur wohltuenden Erschöpfung anstrengen.  Diesen authentischen Freiraum zu haben ist für viele Kinder eine neue und grundlegende Erfahrung, es stärkt das Selbstvertrauen in die eigenen Ressourcen und fördert somit ihre Resilienz.


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Für die Qualität des freien Spiels, besonders mit unstrukturiertem Spielmaterial, bietet die Natur eine unerschöpfliche Vielfalt an Möglichkeiten dazu. Entsprechend seinem Entwicklungsstand wählen die Waldkinder ohne Vorgabe intuitiv jene Lerninhalte die ihm entsprechen.  Gemeinsame Erlebnisse und Spielformen, die frei von einem Gewinnerschema sind, stärken die Solidarität und fördern die Sozialkompetenzen.

Waldkinder stossen auch immer wieder an naturgegebene Grenzen, womit sie ihre Fähigkeiten sich selber einzuschätzen erproben. Sie erfahren die Gesetze der Natur und lernen diese somit zu respektieren. In der Offenheit des Waldes haben auch Misserfolge ihre Berechtigung und sind für die Reifung zur eigenständiger Persönlichkeit unabdingbar, zum Beispiel auf einen Baum klettern zu wollen, aber noch nicht geschickt genug zu sein.

In altersgemischten Gruppen lernen die Waldkinder auf sich selbst und die anderen Waldbewohnerinnen zu achten, individuelle Grenzen kennen zu lernen, sowie das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit zu spüren und gemeinsame Lösungen zu suchen.  Die Kommunikation der eigener Bedürfnisse sind die Basis des Zusammenlebens in der Natur. Das Erlernen von  Toleranz und Hilfsbereitschaft sind ebenso wichtig.

Die Hand folgt dem Herzen: Wenn die heranwachsende Kinder eine emotionale Beziehung zur Umwelt aufgebaut haben, kann es auf der Sachwissen-Ebene, im kognitiven Bereich weitergehen. Waldfähigkeiten wie Feuer entfachen, Pflanzen verarbeiten, Artenkenntnisse festigen oder Holz sägen erschliessen den Kindern neue Kompetenzen - ein lebendiges Lernen und Wachsen.

Natur-Rituale verstärken das Gefühl für die jahreszeitlichen Abläufe. Durch das Erleben dieser Kreisläufen (vom Frühling zum Winter, vom Samen zum Baum) vertieft sich die  kindgegebene Naturverbindung. Die Waldkinder sehen sich als Beschützerinnen und Hüter von Pflanzen und Tieren des Waldes. Beim Werken und Bauen gehen wir sorgsam mit der Natur um und hinterlassen möglichst wenig Spuren.

Das Kind erfährt, dass ein respektvoller Umgang den winzigen Lebewesen gegenüber von unermesslicher Bedeutung für das Leben der grossen Lebewesen ist.